Monatsarchiv: August 2016

Ratgeber zur sicheren Immobilienfinanzierung

Wer sein zukünftiges Eigenheim richtig finanzieren möchte, der sollte seine eigene Hausfinanzierung gründlich durchdenken. Vor Abschluss der Finanzierung sollte sich der Kreditnehmer konkrete Gedanken machen, welche Ausgaben er Monat für Monat hat.

Errechnen Sie Ihren finanziellen Spielraum

Zunächst errechnet er das verfügbare Monatseinkommen, welches sich aus dem Netto-Einkommen und sonstigen Einkünften berechnen lässt. Danach werden unter anderem die monatlichen Ausgaben für Strom, Wasser, Heizung, Lebensmittel, Versicherungen und Steuern, Telefon und Internetrechnungen etc. abgezogen. Nun hat der zukünftige Hausbesitzer seine finanzielle Belastbarkeit im Monat errechnet. Der finanzielle Spielraum sollte grob gesteckt sein, um finanziellen Engpässen aus dem Weg zu gehen.

dollars-31085_640Holen Sie verschiedene Angebote ein und vergleichen Sie diese

In der Planung dieser Hausfinanzierung sollte sich auch Gedanken über die Fremdfinanzierung gemacht werden. Hypothekenbankdarlehen oder Bausparverträge, Verwandtschafts- oder Gesellschaftskredite können ausgeschöpft werden. Als nächstes wird bei allen Banken und Bausparkassen nachgefragt und die günstigsten Angebote eingeholt. Es hat sich bisher noch für kaum jemanden gelohnt, sich nur bei der eigenen Hausbank zu informieren. Natürlich sollte man sich letztendlich für die Bank entscheiden, bei der man sich gut beraten und wohl fühlt.

Sparmaßnahmen

Wer als Auftraggeber sparen will, sollte sich auch bei den Bundesländern informieren, welche Zuschüsse aktiv werden könnten. Mit Glück erhält man so zinslose oder zinsverbilligte Kredite. Junge und kinderreiche Familien können von den deutschen Ländern sehr unterstützt werden. Und auch umweltfreundliches Bauen wird von ihnen meistens gefördert. Wer später auf der Baustelle selber Hand anlegt, dem werden später so genannte Eigenkapitalersatzleistungen angerechnet. Ein Problem könnte allerdings entstehen, wenn man seine eigenen Fähigkeiten überschätzt hat und somit das Ersparte für die Reparaturen gleich wieder abgeben muss.

Möglichkeiten der Rückzahlung

Der zukünftige Eigenheimbesitzer hat im Folgenden zwei Möglichkeiten, den Kredit zu begleichen. Er kann entweder sein Baudarlehen in monatlichen Raten tilgen (Annuitätendarlehen) oder er entscheidet sich für das tilgungsfreie Kreditverfahren. Die monatliche Rate, die während des Annuitätendarlehens zu erbringen ist, lässt sich aus der Jahresleistung berechnen, welche sich aus Zins- und Tilgungssatz zusammensetzt. Der Tilgungssatz ist in der ersten Zeit normalerweise bei einem Prozent festgelegt, kann aber auch höher liegen. Allgemein gilt, dass umso höher die Tilgung ist, desto schneller ist der Kredit beglichen. Mit jeder gezahlten Rate, wird durch den Tilgungsanteil die Kreditsumme gesenkt. Die Abzahlung von Baukrediten erstreckt sich meistens über einen langen Zeitraum von ca. 20 bis 30 Jahren. Bei dem tilgungsfreien Kreditverfahren muss der Kreditnehmer nur die Zinsen für das Darlehen nur die Zinsen zahlen und wenn nach beispielsweise 30 Jahren die Lebensversicherung ausgezahlt wird, so wird damit der Kredit in einem Betrag zurückgezahlt und der Kreditnehmer ist wieder schuldenfrei. Diese Kreditform wird auch als endfälliges Darlehen bezeichnet.

Ist es sinnvoll die Grundschuldbuch- Eintragung zu behalten?

Was genau ist die Eintragung in das Grundschuldbuch?

Die Hausfinanzierung stellt für einen Großteil der Menschen in Deutschland die größte Finanzierung in ihrem Leben dar. Daher sollte man diese genauestens planen. Schließt eine Person eine Baufinanzierung bei der Bank ab, wird gleichzeitig durch die Bank eine Eintragung in das Grundschuldbuch vorgenommen. Die Bank sichert sich somit das Recht dafür, das Haus zu versteigern, wenn der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr regelmäßig nachkommt. Die Grundschuld wird in die Abteilung III im Grundbuchamt eingetragen. Dort sind sämtliche Forderungen gegen die Immobilie und ihr Grundstück notiert.

money-168025_640Nach Ablauf: Löschen oder stehen lassen?

Der Kunde hat die Möglichkeit, diese Grundschuld nach Ablauf seiner Baufinanzierung und erfolgreicher Abtragung der Schulden, wieder löschen zu lassen. Er muss sich zu diesem Zweck eine kostenpflichtige Löschungsbewilligung von der Bank, bzw. vom zuständigen Amtsgericht holen, die durch einen Notar beglaubigt werden muss. Diese Löschungsbewilligung bedeutet eigentlich nur, dass der ehemalige Kreditnehmer seine Schulden vollständig beglichen hat und das Darlehen somit auch amtlich schuldenfrei ist. Nimmt der Kunde diese Möglichkeit in Anspruch, besteht der Vorteil, dass die Immobilie im Falle eines Verkaufs, schuldenfrei ist. Die zweite Möglichkeit für den ehemaligen Kreditnehmer besteht darin, wenn er noch ein Konto bei der Kreditgebenden Bank hat. Meist ist es für ihn in so einem Fall sinnvoller, den Eintrag der Grundschuld bestehen zu lassen. Grund dafür ist, dass man ansonsten bei einer erneuten Kreditaufnahme, welche vielleicht irgendwann mal sehr schnell nötig werden könnte, eine erneute Eintragung der Grundschuld vornehmen lassen müsste. Ist diese Eintragung noch vorhanden, brauch der Kunde keine neuen Gebühren aufwenden. Die einzige Bedingung, die dafür erfüllt sein muss ist, dass der Kreditantrag bei der selben Bank gestellt werden muss, wo man auch schon den ersten Kredit aufgenommen hat.