Monatsarchiv: Juni 2016

Wohn-Riester – Alles Wissenswerte kompakt zusammengefasst

Rückwirkend seit dem 01.01.2008 gilt die neue Eigenheimrente, das sogenannte Wohn-Riester. Diese steuerlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge soll die Eigenverantwortlichkeit der Bürger und Bürgerinnen gegenüber ihrer, im Rentenalter benötigten, finanziellen Mittel fördern. Daneben kann mit dem angesparten Vermögen der Kauf oder der Bau einer Immobilie finanziert werden.

Wie sieht die Förderung aus?

Das steuerlich geförderte Altersvorsorgekapital wird auf einem sogenannten Wohnförderungskonto erfasst und die dort eingestellten Beträge werden jährlich um 2% erhöht. Wenn man nun 4% seines beitragspflichtigen Vorjahreseinkommen für die Altersvorsorge spart, bekommt man den vollen Riester-Bonus von 154 € Grundzulage plus 185 € Kinderzulage und für die ab 2008 Geborenen sogar 300 € Kinderzulage. Das Maximum ist allerdings bei 2100 € inklusive Fördermittel pro Jahr erreicht. Je geringer der gesparte Anteil ausfällt, desto geringer ist allerdings auch der Zuschuss vom Staat.

Wer hat Anspruch auf die Förderung?

Anspruch auf Förderung haben alle Pflichtversicherten bei der gesetzlichen Rentenversicherung, die Pflichtversicherten in der Altersversicherung der Landwirte, Beamte und Empfänger von Amtsbezügen, Arbeitssuchende ohne Leistungsbezug wegen mangelnder Bedürftigkeit sowie Kindererziehende während der rentenrechtlich zu berücksichtigenden Zeiten. Daneben sind auch Rentner förderungsberechtigt, die aufgrund von Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit eine entsprechende Rente beziehen sowie alle Empfänger einer Rente wegen Dienstunfähigkeit. Ehepartner von unmittelbar Förderungsberechtigen, die diese Kriterien nicht erfüllen, sind aber durch sie mittelbar förderungsberechtigt.

house-768667_640Einsatz des Kapitals zum Erwerb von Immobilien

Es war bisher zwar auch schon möglich Geld aus Riester-Verträgen zu entnehmen, dieses musste aber bis spätestens 2 Jahre danach wieder eingezahlt werden. Nun kann das Riester-Kapital auch voll oder aber mindestens 75% zur Immobilienfinanzierung, ohne Rückzahlung, genutzt werden. Eine Tilgungsförderung erfolgt bei der Anschaffung einer Wohnung in einem eigenem Haus, einer eigenen Eigentumswohnung, einer Genossenschaftswohnung in einer eingetragenen Genossenschaft sowie auf einem eigentumsähnlichen oder lebenslangem Dauerwohnrecht. Diese Immobilie muss den Lebensmittelpunkt und Hauptwohnsitz des Förderberechtigten darstellen. Daneben kann es auch zur Abzahlung eines bereits vorhandenen Darlehens zur Immobilienfinanzierung verwendet werden. Dabei wird dann der Riester – Bonus nicht mehr auf das Konto sondern auf das Darlehen angerechnet.

Was deckt Wohn-Riester nicht ab?

Nicht Riester gefördert sind eine altersgerechte Umrüstung des Hauses, die Finanzierung eines Zweifamilienhaus sowie die Renovierung einer Immobilie. Man kann das Geld zwar für diese oder andere Zwecke entnehmen, muss dann aber die steuerliche Förderung zurückzahlen. Wenn nun das Kapital zur Finanzierung einer Immobilie genutzt werden soll, kann man bei Bausparkassen oder Wohnungsgenossenschaften spezielle Riester-Produkte erwerben. Dabei handelt es sich meist um Mischprodukte, wie einem tilgungsfreien Darlehen und einem Bausparvertrag.

Um einem Missbrauch der Förderung vorzubeugen, muss jeder, der seine geförderte Immobilie innerhalb von 10 Jahren wieder verkauft eine Strafsteuer entrichten. Diese umfasst den 1,5fachen Betrag des Wohnungsförderungskontos. Wer den Erlös allerdings wieder in ein Riester-Produkt investiert oder innerhalb der nächsten 4 Jahre eine neue Immobilie erwirbt ist davon nicht betroffen. Bei Renteneintritt muss die Auszahlung allerdings versteuert werden, auch wenn keine Auszahlung, weil das Geld bereits entnommen wurde, erfolgt.

Der Einstieg in die Pensionskasse

Die gesetzliche Rente bietet heute gerade mal die Grundversorgung und ist keine ausreichende finanzielle Absicherung für den Ruhestand mehr. Es ist also an der Zeit die private Initiative zu ergreifen.

Vorteile für den Arbeitgeber

Ein mögliches Finanzierungsmodell wäre hierbei die betriebliche Rente z.B. in Form einer Pensionskasse. Hierbei schließt der Arbeitgeber die entsprechende Versicherung für seine Mitarbeiter ab. Ihm entstehen dadurch keine Mehrkosten, denn die Beiträge werden direkt vom Gehalt abgezogen und in die Pensionskasse überführt. Außerdem muss er keinen Beitrag zum Pensionssicherungsverein bezahlen und die Pensionskasse wird nicht in der Bilanz aufgeführt.

old-age-164760_640Vorteile für Arbeitnehmer

Der Arbeitnehmer hat von Beginn an unwiderruflichen Anspruch auf alle vereinbarten Leistungen. Auch bei Verlust oder Wechsel der Arbeitsstelle bleibt sein Kapital erhalten. Er kann die Pensionskasse privat oder beim neuen Arbeitgeber weiterführen. Ab Vollendung des 60. Lebensjahres und dem Eintreten des Ruhestandes, kann die versicherte Person ihr Kapital in Form einer lebenslangen Rente einfordern. Alternative zu einer Pensionskasse könnte auch eine Direktversicherung eine gute Lösung sein.